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Donnerstag, 6. September 2018

Elisabeth Weirich - dem Wein auf der Spur


Elisabeth Weirich am Tisch bei Ihren Gästen im Park-Hotel

Elisabeth Weirich erzählt über das Angebot und die Auswahl der edlen Tropfen im Park-Hotel. Weine aus dem Zurzibiet spielen dabei eine wichtige Rolle und kommen auch bei den Gästen sehr gut an. 




Elisabeth Weirich, zu den Hauptsorten an Reben, die im Zurzibiet angebaut werden, gehören Pinot Noir und Riesling-Sylvaner. Welche Eigenschaften schätzen Sie an diesen Weinen?
Am Riesling-Sylvaner schätze ich vor allem die fruchtige Frische, er ist spritzig und unkompliziert. Diesen Wein empfehle ich sehr gerne zu Vorspeisen und zum Apéro. Pinot Noir ist sehr vielfältig, im Barrique oder ohne: immer eine gute Wahl zum Essen.

Servieren Sie den Gästen im Park-Hotel Weine aus dem Zurzibiet?
Wir beziehen unsere Weine aus der Region, vom Weingut Alter Berg und von Baumgartner Weinbau in Tegerfelden. Wir bieten ein grosses Sortiment an Weisswein, Rosé und Rotwein sowie auch Spezialitäten. Zum Beispiel den Pinot Noir-Likörwein «Um Sonho» vom Weingut Alter Berg oder den Weinbrand «Lindegiger» von Baumgartner Weinbau.

Welche Weine haben Sie darüber hinaus im Angebot?
Wir haben viele Schweizer Weine und eine grosse Auswahl an italienischen und spanischen Weinen. Da ich persönlich Südafrika-Fan bin, haben wir auch solche Weine im Angebot, genauso wie einige wenige Burgunder, Bordeaux und Weine aus der neuen Welt.

Baumgartner Weine, Etiketten
Baumgartner Weine

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit sie einen Wein ins Angebot aufnehmen?
Der Wein muss zum restlichen Angebot passen, auch preislich. Ich berücksichtige Aktionen genauso wie die Jahreszeit oder die aktuelle Speisekarte. Je nach Nachfrage ergänzen wir hie und da die Weinkarte oder lassen einen anderen Wein wieder ausgehen. Gerne probiere ich Neues aus, und nicht zuletzt spielt auch die Etikette eine Rolle: Das Auge trinkt mit.

Wie verläuft der Entscheidungsprozess für einen neuen Wein im Sortiment?
Degustiert werden neue Weine immer zuerst mit dem ganzen Serviceteam. Die Meinung der Mitarbeiter kann ausschlaggebend dafür sein, ob ein Wein auf die Karte kommt oder nicht.
Allerdings kommt es auch vor, dass ich auf meinen Bauch höre und alleine entscheide. Da bin ich aber auch schon komplett falsch gelegen. Etwa mit einem weissen Merlot, oder Roséwein aus Südfrankreich.

Wie entdecken Sie Neues? Welche Gelegenheiten nutzen Sie zum Degustieren?
Ich besuche Weinmessen, folge den Empfehlungen von Weinlieferanten oder unternehme Weinreisen direkt zu den Produzenten. Auch bei einem guten Essen in einem Restaurant durchforsche ich die Weinkarte.

Achten Sie bei der Auswahl der Weine auf die gewonnenen Auszeichnungen?
Auszeichnungen sind sicher interessant, spielen allerdings für mich nur eine Nebenrolle bei der Entscheidung für einen Wein. Toll finde ich, wenn regionale Weine Auszeichnungen erhalten. Diese erwähnen wir dann auch auf der Weinkarte - aber nur da.

Reben Baumgartner Weinbau
Reben-Landschaft
Erleben Sie Gäste, die sich für den Weinbau in der Region interessieren und Fragen zum Wein stellen?
Viele Gäste im Park-Hotel fragen nach regionalen Weinen. Da ist unser Sortiment sehr umfangreich und in verschiedenen Grössen erhältlich. Es gibt auch Gäste, die auf dem Heimweg in Tegerfelden Halt machen und Wein mit nach Hause nehmen.

Welche Tropfen sind bei Ihren Gästen am beliebtesten?
Die regionalen Weine sind sehr gefragt, gefolgt von Italien und Spanien. Die Weine im Offenausschank ermöglichen den Gästen, auch glasweise Neues zu probieren. Rotwein aus Tegerfelden gibt es bei uns immer im Offenausschank.

Dienstag, 14. August 2018

Papa Moll im Gespräch


Papa Moll und seine Familie ist seit einigen Jahren in Bad Zurzach anzutreffen. Verschiedenste Attraktionen im Thermalbad, den Hotels und im Flecken sorgen für Spiel und Spass für Kinder und Familien.



Papa Moll, seit ein paar Jahren trifft man dich in Bad Zurzach an fast jeder Ecke an. Was hat dich hierher gezogen?
Eigentlich bin ich ja in Baden «geboren worden», vor 66 Jahren. Ich lebte mit meiner Familie hier und dort, bis mich vor ein paar Jahren die Bad Zurzacher fragten, ob ich künftig für die Kinder und Familien im Thermalbad, den Hotels und im Flecken da sein wolle.

Und da hast du spontan ja gesagt?
Sicher! Das ist doch eine wunderbare Aufgabe für mich. Ich mag Kinder sehr gerne und bin selber ein richtiger «Kindskopf», der über Streiche, Pannen und über mich selber lachen kann. Ich geniesse die Zeit mit den kleinen Gästen hier in Bad Zurzach sehr.

Papa Moll-Kinderbecken im Thermalbad Zurzach
Was hast du dir denn für die kleinen Gäste ausgedacht?
Als erstes habe ich mich um das Plantschbecken für kleine Wasserratten im Thermalbad gekümmert. Dort sitze ich gemütlich auf dem Bänkli und schaue den Kleinen beim Rutschen und Spritzen zu. Im Laufe der letzten Jahre habe ich mir verschiedene Attraktionen für Familien ausgedacht.
Kannst du uns verraten, was das für Attraktionen sind?
Ich habe einen eigenen Bus, der euch gratis vom Bahnhof zum Thermalbad oder Regibad und zurück bringt. Auf dem Papa Moll-Weg können Kinder und Eltern mir helfen, meinen Hund Tschips einzufangen. Für hungrige Gäste serviere ich die Papa Moll-Familienpfanne. Wer will, kann seinen Geburtstag mit seinen Freunden und mir im Thermalbad feiern. Und es gibt sogar einen Film über mich!

Was unternimmst du selber am liebsten?
Als gemütlicher Typ lasse ich mich mit meinem gestreiften Badeanzug am liebsten in den Wellen des Thermalbads treiben. Im Sommer liebe ich das Naturschwimmbecken mit dem kühlen Wasser. Mit Mama Moll, Evi, Fritz und Willy spiele ich gerne Minigolf, radle mit dem Velo durch den Flecken, gehe in den Tierpark, wandere oder spaziere mit unserem Hund Tschips am Rhein entlang. Es gibt so viel zu erleben in Bad Zurzach, dass ich gar nicht alles aufzählen kann. Langweilig wird mir jedenfalls nicht.

Papa Moll-Minigolf in Bad Zurzach 

Worauf freust du dich im Moment besonders?
Auf mein eigenes Geburtstagsfest im September. Ich feiere im Kurpark mit Gästen aus nah und fern und vielen Überraschungen. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mit mir Geburtstag zu feiern!

Montag, 9. Juli 2018

Unser Hoteldirektor gibt Tipps für actionreiche Ferien


Detlef Linder führt seit rund zwei Jahren das Thermalquellen Resort.Neben dem Hotel Tenedo Garni***, dem Hotel zur Therme*** und dem Hotel Restaurant Zurzacherhof***S gehören auch noch Gastro-Betriebe wie das Badrestaurant, das Restaurant Quellen-Höfli und das Panoramarestaurant zum Betrieb. 




Herr Linder, was tun Sie als Erstes, wenn Sie an Ihren Arbeitsplatz kommen? 
Zuerst informiere ich mich über die Vorkommnisse des Vortages an der Hotelrezeption, erkundige mich über die speziellen Abläufe des Tagesgeschäfts und mache anschliessend einen kurzen Rundgang.



Welche Tätigkeiten gehören zu Ihrem Job als Hoteldirektor?
Was tun Sie besonders gerne?
Die organisatorischen Abläufe des Hotel- & Gastro-Unternehmens sind ein wichtiger Bestandteil, um sicherzustellen, dass alles reibungslos funktioniert. Kontakte zu Gästen, Mitarbeitern, aber auch Lieferanten und Partners sind dabei zentral.
Mir gefällt die analytische Aufgabe des Unternehmens, um die Stärken und Schwächen, aber auch das Potential jeweils zu verbessern.
Der Kontakt zu den Menschen ist mir wichtig, egal, um wen es sich handelt. Oft sind es Mitarbeiter, Kundenlieferanten, Hotel- und Restaurationsgäste, aber auch immer wieder der Lieferant oder der Techniker beim Unterhalt.


Das Hotel Tenedo und das Hotel zur Therme sind unterirdisch mit dem Thermalbad verbunden.

Worauf können Sie bei Ihrer Arbeit nicht verzichten?
Die Ergebnisse des Vortages zu analysieren und am Morgen den Kontakt zu den Mitarbeitern zu suchen.


Welches Freizeitprogramm schlagen Sie einem Gast vor, der ein bis drei Tage in Bad Zurzach verbringt und «Action» sucht? 
Das Thermalbad steht im Zentrum unseres Wirkens und ist somit das USP der Hotellerie. Natürlich gibt es auch noch die verschiedenen Bereiche der Gastronomie, oder auch eine Bike-Tour in der Umgebung. Die Gegend um Bad Zurzach ist eher dem Resort Charakter zuzuordnen. Man sucht den Ausgleich, will sich etwas Gutes tun und erlebt einen gewissen Bezug zur Gesundheitsförderung. Zeit für sich selbst zu haben und die Zeit dabei zu geniessen steht im Vordergrund. 



Wie könnte man die Hotels des Thermalquellen Resort in wenigen Worten beschreiben?
Die Hotels sind familiär, nicht spektakulär in der Ausstattung, aber das Gesamtambiente der „grünen Zone“ ist sehr angenehm und wird durch eine vielseitige Gastronomie innerhalb der Hotelgruppe unterstützt. Das Panoramarestaurant ist dabei bestimmt auch etwas Einmaliges, da man den direkten Blick innerhalb des Thermalbades bekommt und die Landschaft um Bad Zurzach am besten erfassen kann.


Das beliebte Panoramarestaurant im Turm.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Hotels hier in Bad Zurzach?
Eine umfassende Modernisierung der Betriebe wird für das anspruchsvolle Publikum notwendig und eine Schärfung der Gastronomie-Profile würde den Hotels und bei deren Gäste sehr gut ankommen. Man kann nicht alles anbieten, aber was geboten wird soll einen gewissen Charakter haben für Jung und Alt.



Zahlreiche Velorouten führen durch die Region Bad Zurzach

Was ist Ihr persönlicher (Geheim-)Tipp?
Bike Touren in einem Zirkel von 20-25 Kilometer sind sehr spannend und es gibt eine Vielzahl von spannenden Gegenden bis hinauf an den Rheinfall. Wer sich die Zeit nimmt am Rhein entlang zu fahren wird eine Menge positive Überraschungen erleben. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter diese Vorhaben jeweils unterstützt.




Wie erholen Sie sich nach einem strengen Arbeitstag?
Meine Familie und ausgelesene Freunde und Bekannte sind mir dabei sehr wichtig. Jedoch ist auch ein Ausflug an einem Wochenende mit dem Camper Van mit meiner Frau sehr inspirierend, da wir beide gerne reisen, das Golfspielen entdeckt haben und die Schönheit der Natur immer mehr zu geniessen verstehen. Die Schweizer sollten sich stärker bewusst sein, dass wir in einem unglaublich privilegierten Land leben, in welchen die Vielfältigkeit beinahe grenzenlos ist und so Vieles in einem geographisch kleinen Radius erlebt werden kann. 

Donnerstag, 14. Juni 2018

Ein bedeutender archäologischer Fund

Alfred Hidber mit seiner Zeichnung

Alfred Hidber kam im Jahr 1965 als frisch ausgebildeter Hochbauzeichner von Sargans nach Zurzach, um eine Stelle im Archäologiebüro von Hans Rudolf Sennhauser anzutreten. Zurzach gefiel ihm und er blieb - bis heute. Alfred Hidber war als Zeichner bei archäologischen Grabungen tätig. Seit Jahren betreut er u.a. das Bezirksmuseum Höfli und leitet baugeschichtliche Führungen durch Bad Zurzach.


Alfred Hidber, hier im Bezirksmuseum hängt eine Ihrer Zeichnungen. Es zeigt den Zurzacher Stiftsbezirk aus der Perspektive des Hahns auf dem Turm des Verenamünsters. Welche Bedeutung hat die Kirche für den Flecken?
Das Grab der heiligen Verena war ganz wichtig für die Entwicklung von Bad Zurzach. Doch auf die Gefahr hin, Illusionen zu zerstören: Die Legende von der thebäischen Legion, mit der die heilige Verena von Ägypten via St. Maurice und Solothurn schliesslich nach Zurzach gekommen sein soll, muss man relativieren. Denn damals war es „Mode“, Gebeine von Märtyrern auszugraben. Bei St. Maurice im Wallis entdeckte der damalige Bischof ein ganzes Gräberfeld und verkündete, er habe die „Thebäische Legion“ gefunden. 
Die Wallfahrt zum Grab der heiligen Verena ist seit dem 5. Jahrhundert denkbar.

Liegen hier die Anfänge des Tourismus in Bad Zurzach?
Auch falls es die heilige Verena nicht gegeben hat, ist für Zurzach als Ort vor allem wichtig, was wegen der Verehrung ihres Grabes passierte. Dieses Grab war infolge einsetzender Wallfahrt bald lukrativer als der Übergang über den Rhein. Zurzach – so darf man wohl behaupten – lebte seit dem 5. Jahrhundert vom Tourismus. 


Das Verenamünster in Bad Zurzach
Erst nachdem 1855 die letzte Messe in 
Zurzach stattgefunden hatte, brach diese Basis weg. Was folgte, waren Jahre der Schockstarre, weil der bisher alljährlich zweimal niedergehende Geldsegen plötzlich ausblieb. Einige Jahre später erfuhr Jakob Zuberbühler, ein Unternehmer aus dem Appenzellischen, von den vielen leerstehenden Messegebäuden. Diese wollte er für die Gründung einer Textilfirma nutzen. Er kam mit einem kleinen Trupp, fasste in Zurzach Fuss und baute innerhalb von 28 Jahren von Null auf ein Unternehmen mit 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf. Zuberbühler engagierte sich auch in sozialer Hinsicht. Und er unterstützte unter anderem auch Cornelius Vögeli, der nach Salz bohren wollte, finanziell. Das stellte sich als wichtig für den weiteren Verlauf der Zurzacher Geschichte heraus. 

Haben Sie schon einmal einen speziellen Fund gemacht?
Ich durfte bei den Ausgrabungen im Verenamünster dabei sein und da kam eine so genannte „Fingerkunkel zum Vorschein, ein aus einem Tierknochen gearbeiteter Stiel mit Finger-Öse, auf den beim Spinnen das Vorgarn aufgewickelt wurde. Sie könnte aus der legendären Lebenszeit der heiligen Verena stammen und war die Grabbeigabe eines jungen Mädchens. Das war für mich der interessanteste Fund. Die Öse am einen Ende war entzweigebrochen – vielleicht ein Symbol dafür, dass das junge Mädchen diese Kunkel wegen ihres frühen Tods nie hat brauchen können? Sie sehen, um diese Kunkel könnte man eine ganze Geschichte spinnen. 

Sie amten als Museumsleiter im Bezirksmuseum Höfli. Was können die Leute dort entdecken?
Die Geschichte rund um die Heilige Verena darf natürlich nicht fehlen, ebensowenig die für das mittelalterliche Zurzach wichtige Zeit der grossen Märkte, die sich aus der Wallfahrt entwickelten.

Eine Geschichte, die immer wieder irgendwo zum Vorschein kommt.
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie daran denken, wie viel Aufschlussreiches noch im Zurzacher Boden ruhen könnte?
Manchmal sind Dinge in der Erde gar nicht so schlecht aufgehoben. Je später sie entdeckt werden, desto fortgeschrittener sind die wissenschaftlichen Methoden, um die Fundgegenstände zu bestimmen und richtig einzuschätzen.
Es gibt aber auch Fälle, in denen archäologisch Wertvolles im Boden Schaden nimmt. In Bad Zurzach ist das im Wasenacher der Fall, wo gut 1000 Gräber liegen. Eine archäologische Sondiergrabung ergab, dass die Gräber aus dem 6. bis 9. Jahrhundert stammen. Ich nehme das Wort „Sensation“ nicht gerne in den Mund. Doch das Gräberfeld Wasenacher stellt auf nationaler, wenn nicht gar auf internationaler Ebene einen einzigartigen Komplex dar, weil er ein (noch) vollständiges Ensemble bildet. Aber die intensive landwirtschaftliche Nutzung auf diesem Areal mit dem Pflügen und den Düngemitteln fügt den Gräbern empfindlichen Schaden zu.

Warum werden die Gräber nicht geborgen?
Das bräuchte viel Personal und Geld, welches der Kanton momentan nicht hat. Und vielleicht ist das auch gut, denn die Methoden, um Funde zu beurteilen, erweitern sich stetig. Sicher wird man später einmal sagen: Zum Glück hat man das nicht schon 2018 geborgen. Es wäre jedoch dringend nötig, die intensive Nutzung dieses Ackers zu stoppen.

Welchen Ort muss man Ihrer Meinung nach anschauen, wenn man ein paar Tage in Bad Zurzach verbringt?
Römisches Kastell "Chilebückli"
Das Chilebückli. Erstens ist es ein sehr idyllischer Platz. Und zweitens beginnt dort die nachrömische Zurzacher Geschichte. Dort fiel der Startschuss für den Flecken, wie wir ihn heute kennen.

Auch das Verenagrab ist einen Besuch wert. Nüchtern betrachtet mögen starke Zweifel an der realen Existenz der Heiligen aufkommen, doch die Verehrung, die dieser legendären Heiligen entgegengebracht wurde, war entscheidend für die Entwicklung des Fleckens vom mittelalterlichen Marktort zum heutigen Bad Zurzach. Sogar die moderne Wellnessdestination lässt sich auf sie zurückführen: ohne Verena keine Wallfahrt, ohne Wallfahrt keine Messen, ohne Messen keine leerstehenden Messehäuser für Jakob Zuberbühler, ohne Zuberbühler keine Salzbohrungen durch Cornelius Vögeli, ohne Salz-Vögeli keine Entdeckung der Quelle. 

Ohne die Heilige Verena gäbe es also Bad Zurzach in dieser Form nicht?
Ziemlich sicher nicht. Die Entdeckung des Grabs, das man als jenes von Verena annahm, war entscheidend. Am Beispiel von Zurzach sieht man, wie ein einziger Fund die gesamte Geschichte in neue Bahnen lenken kann. Es gibt in der Schweiz kaum einen anderen Ort dieser Grösse, der eine so vielfältige Geschichte vorweisen kann wie Bad Zurzach.

Für Interessierte: Gruppenführungen ab 10 Personen, 90 Minuten


Gasthof zur Waag
       
  • Fleckenführung 
  • Führung zur römischen Geschichte
  • Bohrturmführung
  • Führung durchs Bezirksmuseum Höfli


Buchbar unter 056 269 00 60 für Gruppen

Dienstag, 15. Mai 2018

Leben für den Sport

Alex Strittmatter, stellvertretender Geschäftsführer bei Bad Zurzach Tourismus und Sportkoordinator für die Gemeinde Bad Zurzach






Ob mit dem Bike über den Achenberg oder mit dem Stand-up-Paddle den Rhein hinunter: Alex Strittmatter bewegt sich leidenschaftlich gerne. Als Sportkoordinator ist es ihm ein wichtiges Anliegen, auch die Einwohner und Gäste von Bad Zurzach in Bewegung zu bringen. Im Interview verrät er, wo Anstrengung mit Ausblick belohnt wird und warum manche Wellnessgäste mit dem Velo nach Bad Zurzach kommen.


Alex Strittmatter, Sie haben eine doppelte Funktion. Einerseits stellvertretender Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus, andererseits Sportkoordinator der Gemeinde Bad Zurzach. Wie vereinbaren Sie die zwei Tätigkeiten?

Die Stelle als Sportkoordinator führe ich als Mandat für die Gemeinde Bad Zurzach aus, denn von meiner Tätigkeit als Koordinator profitieren sowohl Einheimische wie auch unsere Gäste. Spannende Bikestrecken und ein vielfältiges Vereinsangebot können auch von Gästen voll genutzt werden. Umgekehrt kommt ein schönes Naherholungsgebiet rund ums Thermalbad und den Flecken auch den Bad Zurzacherinnen und Bad Zurzachern zugute.


Als Sportkoordinator sind Sie Ansprechperson für Bevölkerung, Vereine, Schulen und weitere Partner. Wie merken Sie, wo es Ihren Einsatz braucht?

Weil ich in Bad Zurzach zu Hause bin und auch in der Freizeit im Flecken anzutreffen bin, können Leute mich überall ansprechen. Meist ergeben sich in ungezwungenem Rahmen neue Ideen. Ein gutes Beispiel ist das Eltern-Kind-Turnen, das der Gemeinnützige Frauenverein dieses Jahr mit meiner Hilfe neu organisiert hat. Ich glaube, diese niederschwellige Erreichbarkeit hat Zukunft, denn die Bevölkerung braucht Anlaufstellen, die sich nicht hinter Glasscheiben verstecken.

Ein anderes gutes Beispiel ist die Schwimmschule, die demnächst ihren Betrieb im Regionalbad Zurzach aufnimmt. In Gesprächen habe ich gemerkt, dass die bestehenden Schwimmkurse jeweils innert kurzer Zeit ausgebucht sind. Ich finde es aber wichtig, dass alle die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen. Deshalb entwickelte ich zusammen mit dem Regionalbad ein Angebot, das flexibel und individuell nutzbar ist. Davon profitieren natürlich auch Feriengäste. Sie können jetzt Schwimmstunden buchen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.


Was brauchen Sie für diese Arbeit - neben Ihrer Leidenschaft für Sport?

Meine Motivation ist, dass sich möglichst viele Leute bewegen. Damit meine ich übrigens nicht nur hartes Training im Fitnesscenter. Genauso wichtig ist Bewegung im Alltag, etwa der Hundespaziergang oder die Velofahrt zum Arbeitsplatz. Mit der richtigen Infrastruktur unterstützen wir auch diese Alltagsaktivitäten. Daneben ist für meine Arbeit auch ein gutes Netzwerk entscheidend. Ich kenne alle Instanzen bei den Gemeinden in der Region und verschiedene Leute in den kantonalen Sportverbänden. Einige davon habe ich während meiner Ausbildung zum Sportkoordinator kennengelernt.

Alex Strittmatter auf einer Biketour
Wie finde ich als Gast in Bad Zurzach die sportliche Betätigung, die zu mir passt?

Die beste Anlaufstelle ist das Büro von Bad Zurzach Tourismus. Ausgehend von den persönlichen Interessen können wir Sie beraten. Damit unsere Gäste auch etwas verstecktere schöne Stellen entdecken können, bieten wir auf Anfrage geführte Wanderungen, Bike- oder Radtouren an. Ob Laufen, Pétanque oder Minigolf: jede und jeder findet eine sportliche Aktivität, die Freude macht.


Dank unserer «Rent a Bike»-Vermietstation kann man auch mit dem Velo von Bad Zurzach aus weiterreisen und dieses dann an der nächsten Vermietstation abgeben. Oder man fährt – wie es einige machen – mit dem Velo von zu Hause aus nach Bad Zurzach, gibt das Velo bei uns ab und geniesst den Wellness-Aufenthalt. Danach geht’s mit dem Zug zurück nach Hause.


Wo treiben Sie selber am liebsten Sport?

Ich bin viel mit dem Bike unterwegs. Und obwohl ich in Bad Zurzach aufgewachsen bin, entdecke ich immer wieder neue Ecken in der Region. Hier ist es ländlich, aber mit grosser Weite. Vom Rheintalblick aus kann ich über den Schwarzwald bis zum Feldberg sehen. Von Baldingen und Böbikon aus sieht man an klaren Tagen die ganze Alpenkette. 


Und wo erholen Sie sich nach einem strengen Arbeitstag?

In der warmen Jahreszeit ist der Rhein eines meiner liebsten Erholungsgebiete. Ob mit dem Bike auf dem Uferweg oder mit dem Stand-up-Paddle auf dem Wasser – zum Beispiel zwischen Rekingen und der Aue «Chli Rhy» in Rietheim – am Rhein kann ich abschalten. Sprechen Sie mich an, ich habe bestimmt auch für Sie einen passenden Geheimtipp.